00:00:00: Ja, heute geht es hier um eine Rockhymne die eigentlich ziemlich simpel gebaut ist und trotzdem einen riesigen Einfluss auf die Rockmusik hatte.
00:00:08: Der finale Sound war ursprünglich gar nicht so geplant, also die Idee beginnt eher bei Jazz und Blues.
00:00:13: Für den berühmten Gitarrenton wird kurzerhand ein Verstärker absichtlich beschädigt – bis heute hält sich hartnäckig die Geschichte Jimmy Page hätte das Solo gespielt!
00:00:23: Was davon stimmt was nicht?
00:00:25: Das schauen wir uns jetzt mal an.
00:00:26: Ich bin Taki Knackstedt
00:00:47: Ja, ein Gitarrenriff.
00:00:48: Ein paar Akkorde gut zwei eineinhalb Minuten und dann haben wir einen Rocksong der so'n bisschen anders klingt!
00:00:54: Am vierten August nineteenhundertsechzig veröffentlichten The Kings, You Really Got Me und wenige Wochen später steht der Song dann auf Platz eins in Großbritannien.
00:01:03: In den USA schaffte er es bis auf Platz sieben!
00:01:07: Und für die Kings ist das tatsächlich der entscheidende Moment denn dieser Song ist nicht einfach nur ein weiterer Hit einer bereits erfolgreichen Band.
00:01:14: Er macht sie überhaupt zu ganz großen Stars.
00:01:17: Dabei beginnt die Geschichte von You Really Got Me erstaunlich unspektakulär und auch mal woanders.
00:01:24: Und zwar im Jazz- und Blues, die spielen dabei nämlich eine wichtige Rolle.
00:01:29: Sänger und Bandgründer Ray nennt später unter anderem Lead Berley und Big Bill Brunsie als Einflüsse zwei amerikanische Bluesmusiker.
00:01:40: Genau, er ist sein jüngerer Bruder Dave Davis.
00:01:43: Überträgt diese einfache musikalische Figur auf die E-Gitarre.
00:01:47: und plötzlich ist da dieses Riff das heute praktisch jeder nach wenigen Sekunden erkennt.
00:01:52: ja Die Einfachheit ist dabei auch kein Zufall.
00:01:55: Das Riff besteht im Kern nämlich aus Quinten und Oktaven.
00:01:58: jetzt kommen wir den Musik Nerds also aus einer Struktur die später als Powerchord zum festen Vokabular, sage ich jetzt mal von Hardrock Punk und auch Heavy Metal gehören wird.
00:02:08: Harmonie spielt hier fast eine Nebenrolle.
00:02:10: viel wichtiger sind eben Rhythmus Wiederholung und vor allem das Sound.
00:02:13: ist wird viel wiederholt.
00:02:14: tatsächlich Und genau bei diesen Sound wird auch die Geschichte besonders schön.
00:02:19: Dave Davies will seine Gitarren nämlich schmutziger aggressiver und kaputter klingen lassen als dass was damals normalerweise aus dem Standard Verstärker rausgekommen ist.
00:02:29: also nimmt er einen kleinen Verstärkeer und beschädigt dessen Lautsprecher membrane absichtlich.
00:02:35: Dave selbst erinnert sich später an eine Rasierklinge.
00:02:38: Ray erzählt wiederum eine leicht andere Version und bringt zusätzlich Stricknadeln ins Spiel, ist aber auch egal.
00:02:45: Versteht sie haben es irgendwie kaputt gekriegt und jahrzehntel später... sind sich die beiden Brüder denn hat nicht mehr eigentlich, womit der Lautsprecher eigentlich bearbeitet wurde.
00:02:54: Aber er war kaputt!
00:02:54: Das ist das was ich
00:02:55: finde.
00:02:55: Er war kaput, entscheidend ist aber... Der kapute Sound ist halt gewollt gewesen ne?
00:02:59: Das verzerrte Signal des kleinen Verstärkers wird anschließend weiter verstärkt und bekommt dadurch eben diesen kratzigen komprimierten Ton mit einem extrem harten Anschlag.
00:03:10: Wenn man mal jetzt diesen Song hört dann hört man das direkt raus.
00:03:13: In einer Zeit jedenfalls in der Gitarren Sounds im Studio oft noch vergleichsweise sauber aufgenommen werden Klingt dass da Erstaunlich.
00:03:19: roh, definitiv.
00:03:20: Auch Produzent Shell Taumi spielt dabei eine wichtige Rolle!
00:03:34: Druck machen.
00:03:34: You really got me ist deshalb nicht nur die Geschichte eines beschädigten Lautsprecher, sondern auch die Geschichte einer Produktion, die ganz bewusst härter klingen will
00:03:43: und ja aus ein bisschen dreckig.
00:03:45: Das ist natürlich auch wirklich ein ganz besonderer Sound.
00:03:48: Interessant ist dabei dass die endgültige Aufnahme keineswegs beim ersten Versuch entsteht.
00:03:53: eine frühe Demo aus dem Frühjahr neunzehntvierundsechzig klingt nämlich noch langsamer und blusiger.
00:03:59: im Juni folgt eine weitere Studioversion und Ray Davies immer noch nicht zufrieden.
00:04:04: Er will den Song schneller und auch energetischer haben, setzt sich deshalb für weitere Aufnahmen ein – die endgültige Version entsteht dann schließlich Mitte Juli in London!
00:04:17: Ja, das Ergebnis klingt sehr spontan.
00:04:19: Beinahe wie so ein kontrollierter Unfall.
00:04:21: tatsächlich steckt aber dahinter ziemlich viel Arbeit.
00:04:24: und dann gibt es ja noch einen der berühmtesten Mythen rund um den Song!
00:04:28: Ich hab's ja vorhin schon mal gesagt angeblich soll Jimmy Page das Gitarrensolo gespielt haben.
00:04:33: Der spätere Gitterist vorne... Die Geschichte klingt zunächst sogar plausibel, denn Jimmy Page arbeitet damals tatsächlich als gefragter Londoner Studiumusiker und ist doch bei den Aufnahmen im Umfeld der Kings beteiligt.
00:04:45: Also bei der veröffentlichten Version von You Really Got Me spielt das berühmte Solo aber Dave Davis selbst.
00:04:52: Ray Davis, Dave Davis und auch Kings Schlagzeugern Mick Avery haben der Jimmy Page Version später dann widersprochen.
00:04:59: Beim Schlagzeuge wird es allerdings dann tatsächlich etwas komplizierter, denn Aufnahme sitzt nicht Mick Avery am Drumset, sondern Sessionmusiker Bobby Graham.
00:05:10: Avery spielt stattdessen Tambourine und Studiomusiker sind also durchaus beteiligt – nur eben nicht an der Gitarre, die den Song so berühmt macht!
00:05:20: Ja auch textlich ist The Really Got Me bemerkenswert reduziert.
00:05:25: Es gibt keine große Geschichte, keine was weiß ich ausgefeilten Figuren und auch noch nichts von der ironischen Gesellschaftsbeobachtung für D-Ray Davis ja später... bekannt wird.
00:05:34: Im Grunde geht es nur um einen Menschen, der von einem anderen völlig überwältig ist und genau darin liegt vielleicht auch die Stärke des Textes.
00:05:41: er erklärt die Situation nicht.
00:05:43: Er beschreibt einfach nun Zustand.
00:05:44: Jemand ist so fasziniert von einer anderen Person das Schlaforientierung und Selbstkontrolle darunter leiden.
00:05:50: Ray stimmt später selbst mal der Beschreibung zu, dass es im Song um eine Art Besessenheit von einem Mädchen geht.
00:05:58: Interessant ist auch, dass das Wort
00:05:59: Love
00:06:00: dafür gar nicht nötig ist.
00:06:01: Es geht weniger um eine definierte Liebesgeschichte als um extreme Anziehungen.
00:06:07: Text und Musik funktionieren damit nach demselben Prinzip, also wenig Elemente die sich ständig wiederholen.
00:06:12: Der Gedanke lässt den Erzähler nicht los und das Riff lässt den Hörer nicht los.
00:06:16: Also der Erfolg kommt sehr schnell.
00:06:18: im September vierundsechzig steht das Song dann zwei Wochen lang auf Platz eins der britischen Charts.
00:06:24: in den USA erreicht ich Single Platz sieben und macht die Kings zu einem Teil der British Invasion.
00:06:29: nur zwei Monate nach der Single erscheint auch das Debüt Album der Band und vor allem aber hinterlässt Der Sound, wie gesagt ja schon sehr viele Spuren.
00:06:38: Bei Pete Townsend zum Beispiel orientiert sich nämlich bei I Can't Explain von The Who ausdrücklich an der Musik von den Kings.
00:06:47: Jahrzehnte später wird You Really Got Me immer wieder als wichtiger Vorläufer von Garage, Hard Rock, Punk oder auch Heavy Metal genannt.
00:06:55: Und wie langlebig der Song ist zeigt sich auch in seiner zweiten großen Karriere.
00:06:59: In den neunzeitauchten siebzig nehmen Van Halen – you really got me für ihr Debütalbum auf und veröffentlichen den Song dann als ihre erste Warner Brothers Single und ihre Version erreicht in den USA die Top-Fürzig und bringt den Titel einer neuen Hard Rock Generation nahe.
00:07:19: Für Dave Davies hat das einen ziemlich absurden Nebeneffekt.
00:07:21: tatsächlich, später erzählen ihm jüngere Fans sie hätten lange lange geglaubt dass die Kings einen Van Halen Song gekabert haben.
00:07:29: auf der Bühne bleibt auf jeden Fall unsere Rock-Hymne eine der zentralen Songs der Bandgeschichte.
00:07:35: wir kennen ja alles Headless FM.
00:07:37: Die Seite führt mehr als fünfhundert dokumentierte Kings Aufführung.
00:07:41: Also die Datenbank ist natürlich keine vollständige historische Konzertzählung zeigt aber ziemlich gut, welchen Stellenwert die Songs verschiedener Bands im Live-Reportoir hatten oder haben.
00:07:53: In den letzten Jahren wird jedenfalls die Originalaufnahme schließlich in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.
00:07:58: und selbst zum sechzigsten Jubiläum in den vergangenen Jahren bekommt die Single noch mal ein neues Leben.
00:08:03: Eine limitierte Mononeuauflage erscheint in genau einen Tauch erneut in den britischen Verkaufs charts auf.
00:08:12: Also fassen wir nochmal zusammen, ein kurzes Riff!
00:08:15: Ein beschädigter Verstärker Ein knappes Solo, ein Text der eigentlich nur einen einzigen emotionalen Zustand beschreibt und etwas mehr als zwei Minuten Zeit.
00:08:25: Ja das ist das Rezept dass auch mehr als sechzig Jahre später noch funktioniert.
00:08:31: Der Song kommt ohne Umwege zur Sache.
00:08:33: nach wenigen Sekunden weiß man welcher Song läuft und dieses Rift bekommt man anschließend eigentlich nur ganz schlecht wieder aus dem Kopf.
00:08:40: Ja also der Song ist zurecht in unserem Rock hymnen Podcast gelandet
00:08:44: Die größten Rock Songs, Stories zu den Hömmen.
00:08:49: Ihr wollt mehr davon?
00:08:50: Bekommt ihr jederzeit in der MyBob App und überall wo es
00:08:54: Podcasts gibt!
00:08:55: Und die
00:08:56: geballte Ladung an Rock Songs gibt's nonstop in den über-sechzig
00:09:01: Rock Streams
00:09:02: In der
00:09:02: App und auf radiobob.de.
00:09:05: Radio Bob Deutschlands Rock Radio.